Mehrheitlich positives Echo auf das Angebot zur Rekommunalisierung von Eon Westfalen Weser
VON ANDREA ROLFES
Bünde. Die Neuvergabe der Stromkonzession hat in den vergangenen Wochen viele Kommunalpolitiker beschäftigt. In Bünde stehen die Zeichen auf Rekommunalisierung. Überrascht zeigte sich Bürgermeister Wolfgang Koch dennoch, als er am Mittwoch einen Anruf von Herfords Bürgermeister Bruno Wollbrink erhielt. Erst zu diesem Zeitpunkt erfuhr er, dass die Eon AG plant, ihre OWL-Tochter den Kommunen zum Kauf anzubieten. Nun sind die Karten wieder neu gemischt.
Koch reagierte dennoch positiv auf die Nachricht. „Wir müssen jetzt vieles neu denken“, sagte er. Vor allem müsste man sich im Kreis der Bürgermeister nun überlegen, welche Möglichkeiten sich aus dem Angebot ergeben. „Man muss sich jetzt kompetent beraten lassen“, so Koch. Bünde hatte schon vor Monaten mit Herford über eine kreisweite Energielösung mit den beiden Kernen Stadtwerke Herford und EWB nachgedacht. Diese Idee zerschlug sich allerdings, nachdem Herford mit Eon einen anderen, eigenen Weg eingeschlagen hatte. Die von Herford zuletzt favorisierte Netzwerkgesellschaft werde nun erstmal auf Eis gelegt, sagte Bruno Wollbrink. Er sieht nun eine Chance zu einer regionalweiten, interkommunalen Gesellschaft – wie auch immer diese aussehen wird.
Kirchlengerns Bürgermeister Rüdiger Meier hat die Nachricht vom Eon-Angebot zunächst einmal neutral aufgenommen. |
„Ich kenne weder den Vertragstext noch liegt mir ein Angebot vor. Im Kleingedruckten spielt die Musik“, sagt er. Den Impuls der Eon AG finde er zwar interessant, doch so lange er den Preis nicht kenne, könne er sich dazu nicht äußern. Außerdem gehe es ihm auch um den Erhalt der Arbeitsplätze am Eon-Standort in Kirchlengern.
Die Eon Energie AG hat angeboten, ihren 63-Prozent-Anteil an der Tochter Eon Westfalen Weser den ebenfalls beteiligten Kommunen der Region zu verkaufen. Diese besitzten 37 Prozent. Den Löwenanteil halten die Städte Herford und Paderborn mit rund 21 Prozent. Der Rest der kommunalen Anteile verteilt sich auf rund 30 Kommunen der Region. Rödinghausen besitzt 30.105 Aktien-Anteile an Eon, das entspricht 0,1495 Prozent, Kirchlengern hält 0,397 Prozent. Die Stadt Bünde hat ihre Anteile (damals noch EMR) 2002 aus steuerlichen Gründen veräußert und kommt deshalb als Käufer vorerst nicht in Frage. Die kommunalen Eigner haben ein Vetorecht.
Rödinghausens Bürgermeister Ernst-Wilhelm Vortmeyer sieht im Angebot der Eon AG eine riesige Chance für die Region. Vor allem im Bereich Netzbetrieb, aber auch was die Verbessrung des Netztes, intelligente Netze und die Energiewende betreffe. ¦Wirtschaft
© 2012 Neue Westfälische 11 - Bünde, Freitag 27. Januar 2012
|