Gotteshaus in Ennigloh wird in private Hand gegeben
VON STEFAN BOSCHER
Bünde-Ennigloh. Die Kapelle auf dem Friedhof Am Holtacker in Ennigloh wird in den nächsten Monaten aufwändig modernisiert und umgebaut. Das Besondere: Nicht die Stadt Bünde als Träger der Friedhöfe investiert, sondern der Pächter der Kapelle, Bestatter Jürgen Niemann, auf rund 100.000 Euro beziffert er die Kosten.
Im späten Frühjahr soll es losgehen, dann wird der gesamte Innenraum der Kapelle komplett renoviert. So ist geplant im hinteren Teil zwei so genannte Verabschiedungsräume zu bauen, inklusive entsprechender Lüftung und Kühlung, in denen Angehörige ihre verstorbenen Familienmitglieder noch einmal sehen können. Der bis jetzt zum Dach hin geöffnete Innenraum wird zudem auf einer Höhe von etwa drei Metern abgehängt, zudem soll der Altarbereich neu gestaltet werden, so dass in Zukunft der Sarg im Zentrum steht und nicht, wie bisher, in Nähe der Ausgangstür.
Eine moderne Beschallungsanlage und ein Marmorfußboden sollen das Gebäude zudem aufwerten. Weiterhin ist geplant, die Halle teilbar zu machen, so dass auch kleinere Trauerfeiern abgehalten werden können. |
„Es werden nach der Renovierung rund 150 Sitzplätze zur Verfügung stellen“, sagt Jürgen Niemann. Der Bestatter aus Kirchlengern wird die Kapelle Am Holtacker in den kommenden 15 Jahren nutzen, er rechnet mit Investitionskosten in Höhe von rund 100.000 Euro. Wenn alles fertig ist, wird sein Büro zudem in die Friedhofskapelle umziehen. Über die Pläne informierte sich jetzt auch Bürgermeister Wolfgang Koch. Die Stadt verspricht sich von der Abgabe der Friedhofskapellen an Privatunternehmen vor allem Einsparpotentiale.
Beginn der Arbeiten soll im späten Frühjahr sein, Architekt Volker Steinmeier rechnet damit, dass bis zum Beginn der Sommerferien alles fertig sein wird. Etwa sechs bis acht Wochen sind für die Arbeiten eingeplant, „in der Umbauphase wird die Kapelle nicht nutzbar sein“, so Niemann, der jedoch für diese Zeit andere Räumlichkeiten für Bestattungen zur Verfügung stellen will. Trotz der Investitionen betont Bestatter Niemann schon jetzt, dass die Kosten für die Nutzung der Kapelle nicht steigen sollen.
© 2012 Neue Westfälische 11 - Bünde, Samstag 07. Januar 2012
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