„Wir brauchen deutsche Bürgermeister!“

Lehrer und Schüler aus sechs Nationen zu Besuch in Bünde

VON ANNE WEBLER

Bünde. Bürgermeister Wolfgang Koch empfing gestern Lehrer und Schüler aus Ungarn, Polen, Bulgarien, Rumänien, England und der Türkei im Rathaus. Der Besuch findet statt im Rahmen des europäischen Comenius-Projektes, an dem das Erich-Gutenberg-Berufskolleg teilnimmt. Die Schüler und Lehrer bekommen Einblicke, wie Schule und Lernen in anderen Ländern abläuft.

„Menschen, die über ihre Landesgrenzen hinaus schauen, sind gut für Europa“, sagte Wolfgang Koch. In seiner Rede stellte er den Jugendlichen und Lehrern Bünde, seine Wirtschaft und Umgebung vor. „Werden Sie als Bürgermeister gewählt?“, fragte ein Teilnehmer aus England. Zwei Lehrerinnen aus Rumänien interessierte, wer im Bünder Rathaus entscheidet. „Politische Entscheidungen treffen die 44 Ratsmitglieder“, sagte Koch. Verwaltungsentscheidungen trifft er.

Weiter interessierte die Gäste, wie viele Kindergärten Bünde hat (19), wer für die Schulen aufkommt (sie erhalten ein Budget von der Stadt, das aus Steuergeldern und Mitteln des Landes gezahlt wird), wie viele Schüler es in Bünde gibt (9.000) und was das größte Problem der Stadt sei. „Uns geht es relativ gut“, sagte Koch darauf. Alle Städte hätten finanzielle Probleme, aber insgesamt sei es in Ordnung.





Nach den Wahlkampfthemen befragt, sagte Koch, Bildung sei wichtig, da investiere die Stadt viel Geld. Ziele seien außerdem, in Bünde Industrie anzusiedeln und Arbeitsplätze zu schaffen. Die Bünder Arbeitslosenquote liege bei gut 5 Prozent. Auch ob viele Pendler nach Bünde kommen, wollte eine Lehrerin wissen. „Wir brauchen deutsche Bürgermeister in Rumänien!“, sagte eine der beiden rumänischen Lehrerinnen. Ein Besuch beim Bürgermeister sei in Rumänien nicht denkbar.

Schülerinnen, Schüler und Lehrer sind am Montag angekommen und bleiben bis Sonntag. Die Schüler sind zwischen 15 und 17 Jahre alt und in Gastfamilien untergebracht, die Lehrer in Hotels. Neben einer Stadtführung und dem Rathaus besuchten die Gäste gestern auch das Tabak- und Dobergmuseum.

Das Comenius-Projekt läuft seit Sommer 2010 und dauert zwei Jahre. Jeweils zwei Schüler des Erich-Gutenberg-Berufskollegs und Lehrer haben bereits die teilnehmenden Schulen in Ungarn, Bulgarien, Polen und Rumänien besucht. Im Mai erfolgt der letzte Besuch in Birmingham (England).

© 2012 Neue Westfälische
11 - Bünde, Mittwoch 01. Februar 2012




Ein Gruß aus Bünde: Für eine Woche sind Schülerinnen, Schüler und Lehrer aus Ungarn, Bulgarien, Polen, England, Rumänien und der Türkei zu Besuch. Ihre Schulen nehmen teil am europäischen Comenius-Projekt, auch das Erich-Gutenberg-Berufskolleg. Bürgermeister Wolfgang Koch (Mitte hinten) empfing die Delegation gestern im Rathaus. FOTO: AW


28.01.2012 NW Bünder Tageblatt
01.02.2012 NW Bünder Tageblatt